Ein Fest der Stimmen
30. Saison der Kammermusikreihe von "alla polacca" eröffnet
(...) „alla polacca“ (...) hatte keine Mühe, die Zuhörer zu gewinnen durch seine wie selbstverständlich dargebotene Virtuosität und die feurige, ausdrucksintensive und sensible Interpretation der Kompositionen. (...) Iwona Lesniowska brilierte mit ihrer in allen Lagen klaren Sopranstimme in Koloraturen, die den im Text vorgegebenen Wut- und Verzweiflungsausbrüchen adäquat ensprechen. Nicht weniger faszinierend war die sparsame Verwendung des Vibrato. (...) Die Solokantate „Lucretia“ von Händel gestaltete Lesniowska exzellent und variabel im Ausdruck. (...)
Franz Vitzthum präsentierte mit Bravour seine angenehme Altstimme. Auch in hohen Lagen (...) blieb die Stimme klangschön, koloraturfähig und geschmeidig. Die (...) Solokantate von Bononcini „Lascia mi un sol momento“ erhielt durch Vitzthums Darstellung, unterstützt vom ausdrucksvollen Spiel des Cellisten, ein einprägsames Gewicht. Und das Duettieren von Iwona Lesniowska und Franz Vitzthum geriert zu edlem Wettstreit im Koloraturgesang.
Leonard Bartussek spielte auf dem Barockcello die Solosonate in e-moll von Telemann. (...) Die anspruchsvollen technischen Anforderungen Telemanns an den Musiker waren für Leonard Bartussek kein Problem.
Paulina Kilarska überzeugte am Cembalo als versierte Begleiterin, aber auch als Solistin. Unter ihren Fingern wurde das Cembalo, das manchmal auch wie eine Nähmaschine klingen kann, zu einer „sensiblen Persönlichkeit“. (...)
Seine [Stanislaw Gojny] Begleitungen waren nämlich vielfältig und präzise gespielt. Das Zusammenspiel der fünf Künstler war perfekt und von beglückendem musikalischem Einverständnis geprägt.
Neue Westfälische (01.11.2005) - von Anna Maria Hof
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